ALLE haben es gesehen, aber KEINER sah das Wichtigste

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ALLE haben es gesehen, aber KEINER sah das Wichtigste

Pogobonito • April 2026 • 6 Min. Lesezeit

5. Juli 2024, Stuttgart. Viertelfinale der Europameisterschaft. Deutschland gegen Spanien. Es ist die Verlängerung, und Jamal Musiala schießt. Der Ball trifft den Arm von Marc Cucurella. Alle schreien Elfmeter — jeder im Stadion hat es gesehen. Anthony Taylor pfeift nicht. Kein VAR, nichts. Und damit endete nicht nur ein Spiel, sondern 10 Jahre Hoffnung, Zweifel und Schmerz.

Die UEFA bestätigte später: Ja, es war Hand. Ja, es war ein Fehler. Ein nicht gegebener Elfmeter, der eine Nation um ihren Traum brachte.

Der lange Weg zum Viertelfinale: 10 Jahre Abstieg

Um zu verstehen, was dieses Spiel bedeutete, muss man zurückblicken. Von 2006 bis 2014 war Deutschland eine Turniermaschine — jede WM, jede EM mindestens im Halbfinale, mit einer Siegquote von etwa 60%. Dann kam der Weltmeistertitel 2014 und danach der freie Fall. Die Siegquote fiel auf 44%, bei Weltmeisterschaften sogar auf nur noch 33%. Zweimal hintereinander Vorrunden-Aus bei der WM — 2018 und 2022. Das hatte es in der Geschichte des DFB noch nie gegeben.

Auf der FIFA-Weltrangliste stürzte Deutschland von Platz 1 auf Platz 16 ab — der tiefste Fall in der Geschichte des Verbands. Und auch die Fans wandten sich ab: Während 2014 noch fast 29 Millionen Deutsche vor dem Fernseher saßen, waren es 2022 nur noch etwa 14 Millionen. Die Verbindung war weg.

Nagelsmann, Kroos und der Neuanfang

Genau an diesem Tiefpunkt übernahm Julian Nagelsmann — mit 36 Jahren der jüngste Bundestrainer der Nachkriegszeit. Seine mutigste Entscheidung: Er holte Toni Kroos zurück, einen Spieler, der eigentlich schon seinen Rücktritt erklärt hatte. Warum? Weil es in dieser Mannschaft niemanden mehr gab, der das Spiel kontrollieren konnte. Und plötzlich stand eine Mannschaft auf dem Platz, die wieder nach etwas aussah. Kroos als Dirigent, Musiala und Wirtz als junge Wilde — und ein Land, das vorsichtig wieder anfing zu hoffen.

Die Zahlen sagen: Deutschland hätte gewinnen müssen

Das Spiel gegen Spanien war kein klassisches David gegen Goliath. Die Daten zeigen ein überraschendes Bild: Deutschland war die aktivere Mannschaft.

  • Expected Goals: Deutschland 2,1 — Spanien 1,4. Rein statistisch hätte Deutschland fast ein ganzes Tor mehr machen müssen
  • Progressive Pässe: Über 3.600 Meter nach vorne — mehr als jedes andere Team im gesamten Turnier
  • Historische Wahrscheinlichkeit: 76% aller Teams, die nach der 105. Minute ein Tor schießen, gewinnen das Spiel
  • Elfmeter-Trefferquote: 75%. Kombiniert mit der historischen Gewinnwahrscheinlichkeit: über 90% Siegchance für Deutschland, wenn der Elfmeter gegeben wird

Das Trauma Spanien: 15 Jahre ohne Sieg

Was das Ganze noch schmerzvoller macht: Seit dem Jahr 2000 hatte Deutschland kein einziges Mal mehr gegen Spanien bei einer WM oder EM gewonnen. EM 2008 Finale, WM 2010 Halbfinale, Nations League 2020 mit der höchsten Niederlage der DFB-Geschichte (0:6). Spanien war nicht einfach ein Gegner — Spanien war ein wiederkehrendes Trauma. Und dieses Viertelfinale war die Chance, es zu durchbrechen.

Fazit: Kein Pokal, aber ein Funke

Am Ende stand kein Pokal, kein Feuerwerk, kein Sommermärchen wie 2006. Für Kroos, Müller und Neuer endete es leise — ohne Bühne, ohne Gold. Aber sie hinterließen keinen leeren Raum, sondern einen Funken. Bei Musiala, bei Wirtz, bei einer Generation, die jetzt weiß, wie Ungerechtigkeit sich anfühlt — und was man damit machen kann. Das hier war kein Happy End. Aber vielleicht war es der Anfang von etwas Größerem.

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❓ Häufig gestellte Fragen

War das Handspiel von Cucurella ein Elfmeter?

Ja. Die UEFA bestätigte nach dem Spiel, dass das Handspiel von Marc Cucurella im Viertelfinale der EM 2024 zwischen Deutschland und Spanien ein Fehler war. Der Elfmeter hätte gegeben werden müssen, wurde aber weder vom Schiedsrichter Anthony Taylor noch vom VAR erkannt.

Wer hat bei Deutschland vs Spanien EM 2024 gewonnen?

Spanien gewann das Viertelfinale der EM 2024 gegen Deutschland mit 2:1 nach Verlängerung. Dani Olmo und Mikel Merino trafen für Spanien, Florian Wirtz glich in der 89. Minute für Deutschland aus. Das nicht gegebene Handspiel in der Verlängerung bleibt kontrovers.

Was waren die Expected Goals bei Deutschland gegen Spanien?

Deutschland kam auf Expected Goals von 2,1 gegenüber 1,4 für Spanien. Das bedeutet, dass Deutschland statistisch die besseren Chancen hatte und rein rechnerisch fast ein Tor mehr hätte erzielen müssen als tatsächlich erzielt wurde.

Wann hat Deutschland zuletzt gegen Spanien bei einem großen Turnier gewonnen?

Seit dem Jahr 2000 hat Deutschland kein einziges Mal gegen Spanien bei einer WM oder EM gewonnen. Die letzte deutsche Turnierniederlage gegen Spanien war das 0:6 in der Nations League 2020 — die höchste Niederlage der DFB-Geschichte.

Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland gewonnen hätte?

Basierend auf historischen Daten lag die kombinierte Wahrscheinlichkeit bei über 90%, wenn der Elfmeter gegeben worden wäre. 76% der Teams, die nach der 105. Minute ein Tor erzielen, gewinnen das Spiel, und die Elfmeter-Trefferquote liegt bei 75%.

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