Hat Deutschland wieder eine Mannschaft?
WM 2026 – die Datenanalyse zu Kimmich, dem messbaren Wir-Gefühl und dem Weg durchs Turnier.
2014 hat Deutschland zum letzten Mal eine WM gewonnen. Was danach kam: 2018 und 2022 jeweils das Aus in der Gruppenphase, in zwölf Jahren kein einziges gewonnenes K.o.-Spiel. Erst die EM 2024 fühlte sich wieder anders an – das Gefühl, das über Jahre gefehlt hatte, war plötzlich zurueck.
Das Entscheidende dabei: Gute Spieler hatte Deutschland auch 2018. Das war nie das Problem. Weg war die Verbindung auf dem Platz – das, was Nagelsmann das Wir-Gefühl nennt. Und Weltmeister, sagt er, wird oft die Mannschaft mit der stärksten Verbindung zwischen ihren Spielern.
Die Frage zur WM 2026 liegt also nicht im Kader, sondern darin, ob diese Spieler wieder wie Deutschland spielen. Diese Analyse schaut auf den Mann, der den Aufbau kontrolliert – und versucht danach, das Wir-Gefühl tatsächlich zu messen.
Das Dashboard
Zwei Charts, eine Frage: Wer trägt das deutsche Spiel – und lässt sich Mannschaftsgefühl überhaupt in Zahlen fassen?
Kimmich kontrolliert den Aufbau
Kimmich kommt also nicht nur unglaublich viel an den Ball – er bringt ihn auch nach vorne. Zum Vergleich: Musiala kommt auf 36 Pässe pro 90, davon 19 ins letzte Drittel. Wirtz auf 51, davon 26 nach vorne. Der Sechser hat fast genauso viele Vorwärtspässe wie der Zehner. Das ist der Spieler, der Deutschlands Aufbau kontrolliert.
Aber ein einzelner Spieler erklaert noch keine Mannschaft. Das Gefühl, das alle bei der EM 2024 gespuert haben – lässt sich sowas eigentlich auch messen? Die Antwort liegt in zwei Zahlen.
Das Wir-Gefühl – in Zahlen
Der Weg ist klar
Du hast einen 40-jaehrigen Torwart, der als Einziger im Kader noch weiß, wie sich ein WM-Sommer anfühlt. Einen Kapitän, der seit zwölf Jahren auf diesen Moment hinarbeitet und zum ersten Mal einen Kader hat, der wirklich funktioniert. Einen Angreifer, der nach seiner schwersten Verletzung zurueck ist – und einen Wirtz, der sich bewusst den Druck von Liverpool ausgesucht hat, weil er weiß, dass er daran wächst.
Und einen Trainer, der verstanden hat, dass Weltmeister keine Einzelspieler brauchen, sondern eine Mannschaft. Frankreich bleibt im Achtelfinale der wahrscheinlichste und schwerste Gegner – mehr Talent wird Deutschland dort nie haben. Aber WM-K.o.-Spiele funktionieren anders als Vereinsfussball: ein Spiel, ein Abend, alles oder nichts.
Das Gefühl ist zurueck. Der Kader ist da. Der Weg ist klar. Jetzt muss Deutschland nur wieder wie Deutschland sein.
Häufige Fragen
Warum ist Joshua Kimmich so wichtig für Deutschlands Spiel?
Was war 2018 das eigentliche Problem?
Wie stehen Deutschlands Chancen in der WM-Gruppe 2026?
Trifft Deutschland im Achtelfinale auf Frankreich?
Kann man Mannschaftsgefühl überhaupt messen?
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