Der Lehrer und der Schüler: Vier Jahre Arsenal gegen Pep — und warum es immer gleich endet
Arteta hat alles gelernt, was Guardiola ihm beibringen konnte. Trotzdem verliert er seit vier Saisons im Frühjahr. Die Zahlen erklären warum.
Kennst du dieses Gefühl, wenn du weißt, was als nächstes passiert — und es trotzdem passiert? Arsenal-Fans kennen es. Jedes Jahr wieder. Ein bisschen Hoffnung im Herbst, ein bisschen mehr im Winter. Und dann kommt der Frühling. Und mit ihm kommt immer dasselbe: ein paar Punkte liegengelassen, ein Spiel, das kippt, eine Schlagzeile, die sich anfühlt wie ein Messer.
Von Juli 2016 bis Dezember 2019 war Mikel Arteta Peps Co-Trainer. Dreieinhalb Jahre in Manchester. Zwei Premier-League-Titel, Seite an Seite. Pep wollte ihn als Nachfolger aufbauen. Arteta war nicht irgendein Assistent — er war der Mann, der neben Guardiola stand, wenn City gegen jede andere Mannschaft der Liga gewann. Und seitdem versucht der Schüler, den Lehrer zu schlagen. Vier Saisons lang. Mit demselben Ergebnis.
Die Daten der letzten zehn Spieltage pro Saison erzählen diese Geschichte klarer als jede Schlagzeile. Zwei Linien. Die eine schwankt brutal. Die andere bleibt flach. Das ist die strukturelle Wahrheit dieser Rivalität.
Was diese Kurven zeigen: 2022/23 der Einbruch — Arsenal endet nach 10 Spielen bei 15 Punkten, 4 aus Führungen verschenkt. 2023/24 die Gegendarstellung — 25 Punkte, null weggeworfene Führungen. Und trotzdem reicht es nicht. Denn auf der anderen Seite steht dieselbe Maschine.
Drei Comeback-Punkte pro Saison — gegen Liverpool, Crystal Palace, Crystal Palace (23/24), Liverpool (25/26). City holt in diesen Wochen jedes Jahr exakt dieselbe Zahl an Punkten zurück, die andere liegen lassen würden. Nicht spektakulär. Nur verlässlich.
Der Vergleich über alle Teams zeigt: Arsenal ist keineswegs ein Mittelmaß im Endspurt. In 23/24 waren sie sogar das zweitbeste Team der Liga in diesen zehn Spielen. Doch City war in drei von vier Saisons besser — und das einzige Mal, als es knapp war (25 vs. 28 in 23/24), reichte es trotzdem nicht für den Titel.
22/23 war das Jahr, das alles geprägt hat. Arsenal führte mit fünf Punkten — und verlor am Ende um fünf Punkte. Nicht weil City aufgeholt hatte. Sondern weil Arsenal weggebrochen ist. Liverpool–2:2, West Ham–2:2, Southampton–3:3. In drei Spielen vier Punkte aus Führungen verschenkt. Das ist kein Pech. Das ist Kollaps.
Das ist die härtere Version der Geschichte, die sonst niemand erzählt. Arteta hat nicht gebottlet. Arsenal hat es nicht jedes Jahr verbockt. Sie haben in vier aufeinanderfolgenden Titelrennen getan, was sie konnten — manchmal mehr, manchmal weniger, aber nie wenig genug, um einen Meister einer normalen Ära zu enttäuschen.
Das Problem ist nur, dass sie in keiner normalen Ära spielen. Sie spielen gegen den Trainer, bei dem Arteta gelernt hat zu gewinnen. Und der Lehrer hat eine höhere Decke als sein bester Schüler. City holt in diesen Wochen jedes Jahr dieselben Punkte zurück, die Arsenal liegen lässt. Nicht spektakulär. Nur verlässlich. Und das ist in einem Titelrennen das Grausamste, was einem passieren kann.
Die Liga ist mathematisch offen. Ein City-Patzer reicht. Aber darauf zu hoffen heißt, auf etwas zu warten, was in vier Saisons nicht passiert ist. Zwei Linien. Die eine schwankt. Die andere bleibt flach. Das ist diese Rivalität in Zahlen.
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